"Wenn Sie sich nicht bald melden, werde ich noch verrückt, es ist ja nicht zum Aushalten! In mir ist so ein Gefühls-Chaos. Ich bin nur ruhig, wenn ich mir Ihrer Liebe sicher sein kann. Bitte schreiben Sie und sagen Sie mir, dass die Dinge gut stehen zwischen uns! Etwas hier ist ganz und gar nicht gut, ich bin so verzweifelt!" Diesen Hilfeschrei richtet die Autorin als Klientin per E-Mail an ihren Psychotherapeuten, durch dessen "Behandlung" und Machtmissbrauch sie in völlige Abhängigkeit von ihm geraten ist.
Zur Vorgeschichte: Die Autorin steht unter grossem Leidens-druck und offenbart dem Fachmann ihre Sehnsüchte, Ängste und traumatischen Lebenserfahrungen. Vertrauensvoll und vorbehaltlos zeigt sie ihm das Ausmass ihrer Verletzlichkeit. Deshalb nimmt sie die Widersprüche und die Enttäuschung über das erschreckend mangelhafte Einfühlungsvermögen des Therapeuten nicht wahr. Sie ignoriert und entschuldigt es. Seine Kränkungen lässt sie sich gefallen, in der Hoffnung, dem Schmerz der entgleisenden psychotherapeutischen Beziehung zu entgehen und führt einen intensiven Kampf um ihre Würde, Integrität, Autonomie und Selbstachtung.
Das Buch ist ein lehrreiches und zugleich warnendes Beispiel für die Gefahren, die in asymmetrischen Beziehungen auftreten können, und es ist ein Aufruf an alle Betroffenen, sich nicht selbst zu verlieren.